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Siemens Fehlercode

Fehlercodes & Kundendienst

Siemens Sinumerik 840D / 828D Fehlercode Liste

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SINUMERIK 840D und 828D melden Störungen über sechsstellige Alarmcodes, die im HMI-Alarmfenster erscheinen. Rote Meldungen stoppen die Bearbeitung sofort, gelbe oder orangefarbene sind Warnungen ohne zwingenden Maschinenstillstand. Den vollständigen Alarmtext mit zugehöriger Aktionsnummer notieren, dann systematisch eingrenzen - das spart deutlich mehr Zeit als blindes Probieren. Für die detaillierte Fehleranalyse bleiben das Siemens-Diagnosehandbuch und die Alarmlisten die verbindlichen Referenzen.

Grundlagen der Alarm-Darstellung und Systematik

Ein SINUMERIK-Alarm besteht aus einer sechsstelligen Nummer (z.B. 300500) und einem beschreibenden Text. Die Nummernsystematik gibt einen ersten Hinweis auf den Fehlerursprung. Grundsätzlich unterscheidet man drei Alarmtypen:

  • NCK-Alarme (Numerical Control Kernel): Fehler im Kern der Bahnsteuerung - Achsbewegungen, Programmausführung, Interpolation. Typische Bereiche: 1xxxx und 2xxxx.
  • PLC-Alarme (Programmable Logic Controller): Meldungen aus der SPS - Peripherie, Sicherheitsfunktionen, Maschinenlogik. Typische Bereiche: 7000er und 8000er Codes.
  • HMI-/MMC-Alarme (Human Machine Interface / Man Machine Communication): Fehler am Bedienpanel, in der Komponentenkommunikation oder im Betriebssystem. Typischer Bereich: 4000er.

Neben dem Alarmtext werden eine Aktionsnummer und eine Systemreaktion ausgegeben. Die Aktionsnummer verweist auf eine standardisierte Handlungsempfehlung im Handbuch. Die Systemreaktion zeigt, wie die Steuerung reagiert - entweder mit programmunterbrechendem STOP oder programmvorberetendem STOPRE.

Wo finde ich die Fehlermeldung?

Aktive Alarme erscheinen prominent auf dem HMI-Operatorpanel, in der Regel im dedizierten Alarmfenster oder der Statuszeile. Über die Diagnosetasten erreicht man den erweiterten Alarm-Log, der auch bereits quittierte Meldungen enthält. Die Farbkodierung ist eindeutig: Rote Meldungen blockieren die weitere Bearbeitung. Gelbe oder orangefarbene Meldungen weisen auf einen ungünstigen Zustand hin, führen aber nicht zwingend zum Stillstand.

Kategorien häufiger Fehlercodes und ihre Priorisierung

Nicht jeder Fehler hat dieselbe Dringlichkeit. System- und Sicherheitsfehler, die den Betrieb komplett verhindern, stehen ganz oben. Die folgende thematische Einteilung hilft, den Alarm schneller einzuordnen und die Diagnose in die richtige Richtung zu lenken.

Kategorie 1: Allgemeine System- und Startfehler

Diese Alarme treten häufig beim Hochfahren der Steuerung auf oder zeigen grundlegende Systemprobleme an. Sie verhindern oft, dass die Maschine den Betriebsbereitschaftszustand überhaupt erreicht.

  • 3000 (Systemfehler): Allgemeiner Fehler im NCK-System. Ursachen: Softwarekonflikte, beschädigte Systemdateien oder Hardwareprobleme der NCU (Numerical Control Unit).
  • 4000 (MMC-Startfehler): Das Bedienpanel (MMC) startet nicht. Typische Ursachen: defekte PC-Komponenten, Fehler auf der CompactFlash-Karte oder Betriebssystemprobleme.
  • 5000 (NCK-Startfehler): Der NCK-Kern lässt sich nicht initialisieren. Häufig zusammenhängend mit SPS-Kommunikationsproblemen, fehlerhaften NC-Daten oder NCU-Hardware.

Die Lösung liegt hier in der Prüfung der Softwareversionen, der Wiederherstellung von Backups oder der Hardware-Diagnose der zentralen Steuerungskomponenten.

Kategorie 2: Antriebs- und Achsfehler (SINAMICS S120 integriert)

SINUMERIK 840D/828D arbeitet eng mit der Antriebsplattform SINAMICS S120 zusammen. Fehler in diesem Bereich sind kritisch, weil sie Achsbewegungen direkt beeinträchtigen.

  • 300500 (Achsfehler / Achssteuerung): Ein Sammelalarm für allgemeine Fehler in der Achssteuerung. Die genaue Ursache muss im zugehörigen Fehlerprotokoll oder im SINAMICS-Fehlerspeicher gesucht werden.
  • 380020 (Bereitsignal Antrieb fehlt): Der Antrieb einer bestimmten Achse erhält kein Enable-Signal. Ursache liegt häufig in der Sicherheits- oder Freigabeschaltung, defekten Sicherungen oder der Stromversorgung des Antriebsmoduls.
  • 25201 (Lageregelungsfehler): Die Lageregelung einer Achse ist gestört. Mögliche Ursachen: mechanische Blockade, überlasteter Motor, defekter Encoder oder falsch eingestellte Regelparameter.

Die Diagnose erfordert das Auslesen des SINAMICS-Fehlerspeichers sowie das systematische Prüfen von Leistungselektronik, Motoren und Messsystemen.

Kategorie 3: Programm- und Bearbeitungsfehler (NCK-Fehler)

Diese Fehler treten bei der Ausführung oder Vorbereitung eines NC-Programms auf. Sie zeigen Grenzverletzungen oder logische Fehler im Programmcode an.

  • 10620 (Syntaxfehler im NC-Programm): Das Programm enthält einen nicht erkannten Befehl, eine fehlerhafte Adressierung oder einen Tippfehler. Die Steuerung zeigt die betroffene Zeile an.
  • 10760 (Verfahrbereich überschritten): Das Programm befiehlt eine Bewegung jenseits der maschinenseitig definierten Soft- oder Hart-Endanschläge.
  • 12080 (Fehler Werkzeugkorrektur): Problem beim Zugriff auf Werkzeugkorrekturdaten - nicht vorhandene Werkzeugnummer oder fehlerhafter Korrekturwert.

Die Behebung liegt in der Korrektur des NC-Programms oder der Überprüfung der Maschinen- und Werkzeugdaten.

Kategorie 4: Peripherie- und PLC-Fehler

Diese Meldungen stammen aus der maschinenindividuellen SPS-Steuerung. Für Maschinenbauer und Instandhalter sind sie besonders relevant, weil sie direkt auf Zustände der Maschinenperipherie hinweisen.

  • 700016 (Not-Halt aktiv): Die Sicherheitskette der Maschine ist unterbrochen. Ursachen: betätigter Not-Halt-Taster, geöffnete Schutztür oder Defekt in der Sicherheitssteuerung.
  • 8000er-Bereich (PLC-Benutzeralarme): Dieser Bereich ist für maschinenspezifische Warnungen reserviert, z.B. "Hydraulikdruck zu niedrig", "Magazin verfahren" oder "Kühlmittelstand niedrig". Die genaue Bedeutung entnimmt man dem maschinenspezifischen Handbuch.

Die Diagnose setzt Kenntnisse der maschinenspezifischen SPS-Programmierung und der Verdrahtungspläne voraus. Ähnlich wie bei Haushaltsgeräten, wo Fehlercodes auf Probleme hinweisen - etwa bei einer Siemens Waschmaschine, einem Siemens Geschirrspüler oder einem Siemens Induktionskochfeld - stecken auch hier oft einfache mechanische oder elektrische Ursachen dahinter.

Fehlercode-Tabelle

Fehlercode Bedeutung Mögliche Ursachen Lösung
300500 Achsfehler / Achssteuerung Defekter Motor, Fehler im Messsystem (Encoder), Störung im Antriebsmodul, falsche Achsparameter, fehlende Referenzierung. Achsreferenzierung durchführen und prüfen. Messsystem reinigen und Signale kontrollieren. Antriebsleistung und Temperatur prüfen. SINAMICS-Fehlerspeicher auslesen.
380020 Antrieb X: Bereitsignal fehlt Sicherung defekt oder ausgelöst, 24V-Stromversorgung des Antriebs unterbrochen, defektes Leistungsteil, fehlerhafte Verdrahtung der Enable-Freigabe. Sicherungen im Stromversorgungsschrank prüfen. Spannung am Antriebsmodul messen. Verdrahtung der Enable-Schaltung - oft über Sicherheitsbaugruppen - kontrollieren.
25201 Lageregelungsfehler Achse X Mechanische Blockade oder hohe Reibung, überlasteter Motor, defekter Lageregelkreis (Encoder-Kabel/-Signal), falsche oder instabile Regelparameter (Kv-Faktor). Achse im Getrennt-Zustand manuell bewegen (Schwergängigkeit?). Motor von der Mechanik entkoppeln. Encoder-Signal mit Oszilloskop prüfen. Lageregelparameter überprüfen und ggf. anpassen.
700016 Not-Halt aktiv Betätigter Not-Halt-Taster, unterbrochene Not-Halt-Kette (z.B. Schutztür, Endschalter), defektes Sicherheitsmodul (z.B. SINUMERIK Safety Integrated). Alle Not-Halt-Taster entriegeln. Schutztüren schließen. Verdrahtung der Sicherheitskette prüfen. Sicherheitsbaugruppen per Diagnosefunktion überprüfen.
10620 Syntaxfehler im NC-Programm Tippfehler im G- oder M-Code, nicht definierte Variable oder Makro, falsche Adressierung (z.B. F ohne Wert), unzulässiger Befehl im aktuellen Betriebsmodus. Im Programmeditor zur vom System angezeigten Fehlerzeile springen. Syntax der Zeile prüfen (Klammern, Semikolon, Zahlenformat). Programm korrigieren und erneut laden.

Schritt-für-Schritt Fehlerdiagnose: Vom Alarm zur Lösung

Systematisches Vorgehen spart Zeit und vermeidet zielloses Suchen. Diese Sequenz hat sich in der Praxis bewährt:

  1. Alarm exakt dokumentieren: Vollständige Alarmnummer, Text und angezeigte Achs- oder Komponentenbezeichnung notieren.
  2. Aktionsnummer und Reaktion beachten: Aktionsnummer im Handbuch nachschlagen. Verstehen, ob die Steuerung mit STOP oder STOPRE reagiert hat.
  3. Kontext ermitteln: Wann trat der Fehler auf - beim Referenzieren, in einem bestimmten Programmabschnitt, bei hoher Geschwindigkeit oder Last? Welches Werkzeug war aktiv?
  4. Einfache Ursachen zuerst prüfen: Sicherungen intakt? Not-Halt-Kette geschlossen? Offensichtliche mechanische Blockaden? Kabelstecker fest?
  5. Spezifische Diagnose einleiten: Basierend auf der Fehlerkategorie - Antrieb, Programm usw. - die gezielte Prüfung starten. Integrierte Diagnose-Tools der SINUMERIK nutzen: Servicetrace, Oszilloskop-Funktion, PLC-Status.

Wann sollten Sie einen Fachmann rufen?

Die integrierten Diagnosemöglichkeiten sind leistungsfähig, aber es gibt Situationen, in denen ein Siemens-Servicetechniker oder ein Spezialist des Maschinenherstellers hinzugezogen werden muss:

  • Bei wiederkehrenden, nicht dauerhaft behebbaren Fehlern derselben Art - Hinweis auf einen intermittierenden Defekt in der Hardware.
  • Bei Fehlermeldungen, die auf einen Defekt kritischer Hardwarekomponenten hinweisen: NCU (Numerical Control Unit), MMC (PCU/PPU) oder Leistungsteile (Motor Module).
  • Wenn umfangreiche Neu-Parametrierung der Achsen oder Anpassungen an der Sicherheitssteuerung (Safety Integrated / PLC) erforderlich sind - hier bestehen Verletzungs- und Sachschadensgefahr.
  • Bei persistierenden Fehlern am Messsystem (Encoder, Ruler), die Justage, Kalibrierung oder Austausch erfordern.
  • Immer dann, wenn Unsicherheit über die Diagnose oder die nächsten Reparaturschritte besteht. Fachleute verfügen über spezialisierte Tools, Ersatzteile und das notwendige Systemwissen für komplexe Fälle.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeuten die Zahlen in einem SINUMERIK Fehlercode wie 300500?

Die sechsstellige Nummer folgt einer Systematik, die den Ursprung des Fehlers anzeigt. Die ersten Ziffern geben den Alarmtyp an, z.B. beginnen NCK-Alarme oft mit 1 oder 2, während PLC-Alarme häufig im 7000er- oder 8000er-Bereich liegen.

Wo finde ich die aktiven Fehlermeldungen auf einer SINUMERIK Steuerung?

Aktive Alarme werden prominent auf dem HMI-Operatorpanel in einem Alarmfenster oder einer Statuszeile angezeigt. Über die Diagnosetasten gelangt man in den erweiterten Alarm-Log, der auch historische Meldungen enthält.

Was ist der Unterschied zwischen einem roten und einem gelben Alarm?

Die Farbe zeigt die Priorität und Auswirkung an. Rote Meldungen sind Fehler, die den Betrieb stoppen. Gelbe oder orangefarbene Meldungen sind Warnungen, die auf einen ungünstigen Zustand hinweisen, aber nicht zwangsläufig zum Stillstand führen.

Was sind NCK-Alarme und PLC-Alarme?

NCK-Alarme betreffen den Kern der Bahnsteuerung, wie Achsbewegungen oder Programmausführung. PLC-Alarme stammen aus der speicherprogrammierbaren Steuerung und betreffen die Peripherie, Sicherheitsfunktionen und Maschinenlogik.

Was sollte ich tun, wenn ein Fehlercode auftritt, den ich nicht verstehe?

Der Artikel dient nur als erste Orientierung. Für die detaillierte Fehleranalyse sollten stets die offiziellen Siemens-Handbücher, wie das Diagnosehandbuch oder die Alarmlisten, konsultiert werden.