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Siemens Fehlercode

Fehlercodes & Kundendienst

Siemens Sinumerik Fehlercode Liste: Übersicht und Lösungen

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Bei SINUMERIK-Steuerungen (840D sl, 840D, 840Di, 810D) zeigt jeder Alarm eine Alarmnummer, einen Alarmtext und meist eine Aktionsnummer an. Die Aktionsnummer verweist direkt auf konkrete Maßnahmen im Diagnosehandbuch. Die führende Ziffer der Alarmnummer gibt die Fehlerkategorie vor: 1xxxx sind Programmier- oder Bedienfehler, 2xxxx und 3xxxx betreffen Achsen, Servoverstärker und Lageregelung, höhere Bereiche decken System-, Peripherie- und Kommunikationsfehler ab.

Grundstruktur und Lesen von SINUMERIK Fehlermeldungen

SINUMERIK-Steuerungen von Siemens sind das technologische Herzstück zahlloser Werkzeugmaschinen und Fertigungsanlagen. Sie steuern präzise Bewegungen, komplexe Bearbeitungszyklen und den gesamten Automatisierungsablauf. Treten Störungen auf, kommuniziert die Steuerung dies über Alarme oder Fehlercodes - ein unverzichtbares diagnostisches Werkzeug für Instandhalter und Bediener.

Fehlermeldungen erscheinen auf dem Operator Panel der Maschine. Detaillierte Informationen wie Alarmverlauf und Diagnosedaten sind in den Diagnosebildschirmen der Steuerung abrufbar. Wichtig: zwischen aktiven Alarmen, die den aktuellen Stillstand verursachen, und dem Alarmprotokoll mit bereits quittierten Meldungen unterscheiden. Die primäre Quelle für die exakte Fehleranalyse bleibt stets die offizielle Siemens-Dokumentation - Diagnosehandbuch oder Alarmliste.

Kategorie 1: Programmier- und Bedienfehler (Fehlercodes 1xxxx)

Diese Fehler werden durch das NC-Programm, falsche Parametereinstellungen oder Bedienhandlungen ausgelöst. Sie deuten in der Regel nicht auf einen Hardwaredefekt hin, sondern auf logische oder syntaktische Probleme.

Programmierfehler: Ursachen und Lösungen

Ein klassischer Syntaxfehler ist der Alarm 10620 "Zeilenende in Zeichenkette erwartet". Dieser tritt auf, wenn im NC-Programm eine Zeichenkette - etwa ein Kommentar in Anführungszeichen - nicht korrekt geschlossen wurde. Das betroffene Programm auf fehlende oder doppelte Anführungszeichen prüfen und korrigieren.

Der Alarm 12550 "Werkzeugkorrektur nicht aktiv" erscheint, wenn im Programm ein Werkzeug mit Korrekturwerten aufgerufen wird, diese Korrektur in der Werkzeugtabelle aber deaktiviert oder das Werkzeug nicht korrekt definiert ist. Lösung: In der Werkzeugverwaltung die T-Nummer und die zugehörigen Korrekturwerte prüfen und gegebenenfalls aktivieren.

Bedien- und Modusfehler

Der Alarm 01601 "Kein Programm im Bearbeitungsmodus ausgewählt" tritt auf, wenn der Bediener im Automatikmodus den Zyklusstart drückt, ohne ein ausführbares NC-Programm geladen zu haben. Lösung: Im Automatikmodus ein gültiges Programm aus dem Verzeichnis auswählen und mit "Programm auswählen" laden. Die beigefügte Aktionsnummer im Handbuch liefert bei solchen Fehlern oft den direkten Lösungshinweis.

Kategorie 2: Achsenfehler und Servoverstärker-Fehler (Fehlercodes 2xxxx, 3xxxx)

Diese Fehler gehören zu den kritischsten, da sie die mechanische Integrität und die Antriebstechnik der Maschine betreffen. Ein genaues Vorgehen ist erforderlich, um Folgeschäden zu vermeiden.

Achsen- und Lageregelungsfehler

Der Alarm 300500 "Achse %1 Antrieb %2 Hardware-Fehler Melden" ist einer der häufigsten und schwerwiegendsten Achsenfehler. Die Platzhalter %1 und %2 benennen die betroffene Achse (z.B. X1) und die Antriebsnummer. Mögliche Ursachen: defekter Motor-Encoder, Unterbrechung oder Kurzschluss im Motoranschlusskabel, Fehler im Antriebsmodul (SINAMICS) oder Probleme mit der Stromversorgung. Vorgehen: Verdrahtung und Stecker prüfen, anschließend den Fehlerspeicher des jeweiligen SINAMICS-Antriebs auslesen, um die Ursache einzugrenzen. Oft ist ein Tausch von Motor oder Antriebsmodul zur Fehlerisolierung erforderlich.

Überwachungsfehler und Grenzwertüberschreitungen

Alarme wie 25000 "Achse %1 Lageregelungsüberwachung" oder 26000 "Geschwindigkeitsüberwachung" zeigen an, dass die Ist-Position oder -Geschwindigkeit der Achse stark von den Sollwerten abweicht. Ursachen sind meist mechanischer Natur: blockierte oder schwergängige Achse durch Verschleiß der Kugelumlaufspindel oder defekte Linearlager, zu hoher Schleppfehler durch falsche Servoparameter, oder ein defektes Messsystem wie eine Linealskala. Erste Maßnahme: die Achse im Jog-Modus vorsichtig bewegen und den Widerstand prüfen. Parallel dazu die Schleppfehler in den Servodiagnosen überwachen.

Kategorie 3: Peripherie-, Kommunikations- und Systemfehler

Diese Fehler betreffen die Infrastruktur der Steuerung: Datenspeicher, Schnittstellen, Netzwerk und Systemkomponenten.

Festplatten- und Dateisystemfehler

Probleme mit dem Speichermedium können zu Datenverlust oder Ausfall der Steuerung führen. Mögliche Ursachen: korrupte Systemdateien, physischer Defekt der verbauten SSD oder CFast-Karte, oder ein unvollständiges beziehungsweise fehlerhaftes Backup bei der Wiederherstellung. Die Lösung erfordert oft den Austausch des Speichermediums und die Neuinstallation des Steuerungssystems von einem gesicherten Image. Regelmäßige Backups sind hier unerlässlich.

SINAMICS Integrated Antriebsfehler

Bei integrierter SINAMICS-Antriebstechnik können spezifische Antriebsfehler an die SINUMERIK-Oberfläche gemeldet werden - beispielsweise Fehler im Spannungszwischenkreis. Für die detaillierte Analyse dieser Fehler ist die separate SINAMICS-Dokumentation heranzuziehen.

Fehlercode-Tabelle

Fehlercode Bedeutung Mögliche Ursachen Lösung
10620 "Zeilenende in Zeichenkette erwartet" Fehlendes oder doppeltes Anführungszeichen im NC-Programm. NC-Programm auf korrekte Syntax prüfen, insbesondere Zeichenketten in Anführungszeichen.
12550 "Werkzeugkorrektur nicht aktiv" Werkzeugkorrektur wurde im Programm aufgerufen, ist aber in der Tabelle deaktiviert oder nicht vorhanden. Werkzeugtabelle prüfen, Korrektur für die entsprechende T-Nummer aktivieren oder korrekte T-Nummer programmieren.
01601 "Kein Programm im Bearbeitungsmodus ausgewählt" Versuch, den Zyklusstart zu betätigen, ohne dass ein Programm geladen/ausgewählt ist. Im Automatikmodus ein gültiges NC-Programm auswählen, laden und dann starten.
300500 "Achse [%1] Antrieb [%2] Hardware-Fehler Melden" Defekter Motor-Encoder, Unterbrechung im Motoranschlusskabel, Fehler im Antriebsmodul (SINAMICS). Verdrahtung und Stecker prüfen, Antrieb und Motor tauschen/analysieren, Fehlerspeicher des Antriebs auslesen.
25000 "Achse [%1] Lageregelungsüberwachung" Mechanische Blockade, zu hohe Schleppfehler, falsche Regelparameter, defektes Messsystem. Achse mechanisch auf Bewegungsfreiheit prüfen, Schleppfehler überwachen, Servoparameter anpassen.

Systematische Fehlerdiagnose: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Planloses Vorgehen verlängert die Fehlersuche und kann zu weiteren Schäden führen. Die folgende Vorgehensweise hat sich in der Praxis bewährt:

  1. Alarm dokumentieren: Alarmnummer, Text und Aktionsnummer exakt notieren. Diese Informationen im zugehörigen SINUMERIK Diagnosehandbuch nachschlagen.
  2. Kontext erfassen: Was geschah unmittelbar vor dem Alarm? Welcher Betriebsmodus war aktiv? Welches Programm lief? Wurde gerade ein Werkzeug- oder Palettenwechsel durchgeführt?
  3. Status prüfen: Im Diagnosemenü den Status aller aktiven Komponenten überprüfen - Antriebe, Achsen, Peripheriegeräte wie Spindelkühlung oder Hydraulik.
  4. Diagnose-Werkzeuge nutzen: Die integrierten Tools der SINUMERIK nutzen: Servicetrace, Oszilloskop-Funktion zur Signalanalyse und das detaillierte Alarmprotokoll.
  5. Gezielt testen und eingrenzen: Den Fehler unter kontrollierten Bedingungen reproduzieren - zum Beispiel die Achse im Jog-Modus bewegen. Durch systematischen Tausch von Komponenten (Motor, Kabel, Antriebsmodul) die defekte Einheit isolieren.

Wann sollten Sie einen Fachmann rufen?

Viele Bedien- und Programmierfehler lassen sich mit diesem Leitfaden und dem Handbuch selbst beheben. Für folgende Situationen ist ein qualifizierter Service-Techniker erforderlich:

  • Wiederkehrende oder schwerwiegende Hardware-Fehler der Antriebstechnik (z.B. 300500, 25000), die auf mechanische Defekte oder komplexe elektrische Probleme hindeuten.
  • Systemfehler wie Festplattenausfälle oder korrupte Systemdateien, die eine Neuinstallation der Steuerungssoftware erfordern.
  • Unsicherheit im Umgang mit elektrischen Spannungen oder wenn die Fehlerdiagnose in gefährlichen Maschinenbereichen notwendig ist.
  • Fehlerbehebungen, die spezifisches Wissen über SINAMICS-Antriebstechnik oder tiefgreifende Parametereinstellungen voraussetzen, die über Standard-Bedienerkenntnisse hinausgehen.
  • Ähnlich wie bei Haushaltsgeräten, etwa einem Siemens Backofen oder einem Siemens Induktionskochfeld, gilt auch hier: Bei komplexen inneren Defekten ist der Fachmann die sicherste Wahl.

Ein systematisches Vorgehen, solides Grundwissen und die Bereitschaft, bei Unsicherheit professionelle Hilfe hinzuzuziehen, minimieren die Maschinenstillstandszeit und sichern die Langlebigkeit Ihrer SINUMERIK-gesteuerten Anlage.

Häufig gestellte Fragen

Wo finde ich die Fehlermeldungen meiner Siemens SINUMERIK Steuerung?

Die aktiven Alarme werden primär auf dem Operator Panel (Bedienerpanel) angezeigt. Für vertiefte Analysen, wie den Alarmverlauf, müssen Sie die Diagnosebildschirme der Steuerung aufrufen.

Was bedeutet die erste Ziffer einer SINUMERIK Alarmnummer?

Sie gibt die Fehlerkategorie an. Codes ab 1xxxx deuten oft auf Programmier- oder Bedienfehler hin, während 2xxxx und 3xxxx häufig Probleme mit Achsen, Servoverstärkern oder der Lageregelung signalisieren.

Wie behebe ich den SINUMERIK Alarm 10620 "Zeilenende in Zeichenkette erwartet"?

Dies ist ein typischer Syntaxfehler im NC-Programm. Überprüfen Sie das Programm auf eine nicht korrekt geschlossene Zeichenkette (z.B. einen Kommentar) und korrigieren Sie die fehlenden oder doppelten Anführungszeichen.

Was sollte ich tun, wenn der Alarm 12550 "Werkzeugkorrektur nicht aktiv" erscheint?

Prüfen Sie in der Werkzeugverwaltung der Steuerung, ob das im Programm aufgerufene Werkzeug (T-Nummer) korrekt definiert ist und die Korrekturwerte (z.B. für Länge oder Radius) aktiviert sind.

Was ist die wichtigste Quelle für die genaue Fehleranalyse bei SINUMERIK?

Die primäre und zuverlässigste Quelle ist stets die offizielle Siemens-Dokumentation, wie das Diagnosehandbuch oder die Alarmliste für Ihre spezifische Steuerung.